Dienstag, 28. September 2021

Haferwurz

Während einer Kräuterwanderung auf dem Demeter-Obsthof einer Freundin entdeckte ich eine besondere lila blühende Pflanze. Eine Farbe zum Hingucken.

Sie erinnerte mich an eine gleich aussehende Pflanze, allerdings leuchteten da die Blüten in sattem Gelb.  - Mein Bestimmungbuch sagte: Wiesenbocksbart.

 

Einige Zeit später thronte auf dem Stängelende eine attraktive Samenkugel.


Ich sprach meine Freundin auf die lila Pflanze an. Sie führte mich durch ihren Kräutergarten und war erstaunt über meine Begeisterung. Katrin zeigte in die Beete und auf die Wege: überall blühte es in Lila, auch in den Ritzen der Steine auf den Wegen. "Heidi, das ist die Haferwurz". Katrin grub mit dem Hinweis "wenn du die erstmal hast, wirst du sie nicht wieder los" zwei Pflanzen aus, die ich zu Hause einpflanzte. - Ich behütete diese, goss sie an, so dass sie sich prächtig entwickelten. 

 

In diesem Frühjahr, beim  Vorbereiten der Beete sah ich dann schnittlauchähnliche Blätter, die mir eigenartig vorkamen. Ich ließ sie zum GLück in der Erde und siehe da: Es waren die Blätter der Haferwurz. Jetzt haben sie sich so stark entwickelt, dass ich einige von ihnen bereits umgepflanzt habe.


 

Und wie es so läuft im Leben - es war so, als hätte ich eine alte Bekannte wiedergetroffen. Vor einiger Zeit besuchte ich in Fischen im Allgäu eine Veranstaltung des Vereins Allgäuer Kräuterland. Beim Stöbern in der Bücherecke fiel mir das Buch "Die Kraft der Wurzeln" von Simone Schalk in die Hände. Und siehe da auf Seite 8: Meine Freundin, die Haferwurz. Simone Schalk berichtet ausführlich  über diese Pflanze. - Sie hat in heutiger Zeit an Bedeutung verloren und wurde durch die Schwarzwurzel verdrängt. - Man kann die Wurzeln wie Schwarzwurzeln zubereiten.

Es wird u.a. berichtet "Die Blüten  und jungen Blätter eignen sich als Rohkost. Die lange, schlanke Wurzel enthält viel Kalium, Kalzium, Magnesium, Inulin und Carotinoide. Durch den Inhaltsstoff Inulin ist sie ein ausgezeichnetes Mittel bei der Ernährung von Diabetikern, da Inulin den Bluzuckerspiegel nicht beeinflusst, aber süß schmeckt".

Die Haferwurz fand schon Platz in den Aufzeichnungen von Hieronymus Bock und Leonhardt Fuchs. Dioskurides, ein Heilkundiger des 1. Jahrhunderts n.Chr., erwähnte die Haferwurz zur Stärkung von Leber und Galle.

Das Buch von Simone Schalk enthält Rezepte wie Haferwurz-Cremesuppe und  Haferwurzgemüse.

Ich werde die Pflanzen hegen und pflegen, damit ich mir im nächsten Jahr ein leckeres Süppchen zaubern kann.


 

 

 

 

 

Freitag, 24. September 2021

Gartenarbeit

Es herbstelt

 Lang, lang ist´s her, dass ich meinen Blog gefüttert habe. - Ich hab ihn links liegen lassen, guckte nur hin und wieder zufällig bei den Lesezeichen, dass es ihn noch gibt. Eine Freundin brachte mich drauf, dass der Gute im Netz noch zu finden ist.

Wenn ich mir all das so ansehe, was ich da verewigt finde, frage ich mich oft, ob ich es war, die all die Zeilen verfasst hat. - Ich bin es, in der Tat und hab jetzt richtig Lust drauf, hin und wieder meine Weisheiten von mir zu geben, was heißt Weisheiten. - Das, was mich gerade beschäftigt möchte ich zu Papier bringen.  

Der Herbst kommt und zwar mit großen Schritten. - Die Spinnen richten sich häuslich ein, an den Fensterscheiben, auch im Haus. 

Mein Garten hat gelitten in diesem Jahr. - Im Frühjahr hatte ich das flammende Klatschmohnmeer rings herum. Weiß der Himmel, wo die alle hergekommen sind. - Das war im 3. Jahr so. - Ich hab sie flammen lassen, viele Spaziergänger zückten ihren Fotoapparat. - Irgenwann nach der letzten Blüte riss ich die trocknenden Stängel heraus. Was blieb übrig? - Nicht viel. Die Pflanzen, die sich darunter befanden, waren verschwunden. - 

Und so sieht es heute aus:

Der Lotos, wächst das 3. Jahr in diesem Blumenkübel. - Im Winter war das Wasser gefroren und ich dachte: "das war´s", doch als das Frühjahr EInzug hielt, traute ich meinen Augen nicht: kleine grüne Pflanzenstängel ragten aus dem Wasser heraus. Leider hat der Lotos wieder nicht geblüht, aber vielleicht im nächsten Jahr. - Links seht ihr den Zigarettenfriedhof. Ich hätte ihn herausschneiden können - hab ich aber nicht. - Es läuft eben nicht alles rund im Leben. - Und im Vertrauen: Ich bin Nichtraucherin 

Die Geranie - eine Pflanze aus Großmutters und Mutters Zeiten. - Ich pflanzte sie im letzten Jahr in einen Balkonkasten bei uns im Dorf -da bin ich bei einem gemeinnützigen Projekt u.a. für die Blumenkastenbepflanzung zuständig. - Ich nahm eine Pflanze im Herbst mit nach Hause und behandelte sie recht stiefmütterlich - doch siehe da, sie beglückt mich mit dieser wahnsinnig auffallenden Farbe. - Ich werde Stecklinge abknipsen und werde  genau wie meine Mutter vor Jahrzehnten, für die Nachkommenschaft sorgen. - Ich hatte zu der Blumenkastenbepflanzung ein Posting bei facebook unseres gemeinnützigen Vereins "die Brückenbäckerei" gemacht. Da kam von "jungen Leuten" der Hinweis,dass solche Balkonkästen "old school" wären. - Das hat mich zumSchmunzeln gebracht. Und stimmt ja auch -irgendwie-

 
Eine kleine süße Fette Henne. - Wunderschön, wie sie für Bienennahrung sorgt.

Und hier zwei große Schwestern. - Bei Sonne tummeln sich diverse Hummeln und Bienen in den Blüten

Tja, welcher Experte weiß, um wen oder was es sich bei diesen schnittlauchähnlichen Pflanzen handelt? Ich war froh, dass ich im Frühjahr bei der Aufbereitung des Beetes die komischen grashalmartigen Grünlinge nicht herausgerissen habe. Sie sahen eben anders aus als "normal" - Nun muss ich sie verpflanzen. - Des Rätsels Lösung: Die Haferwurz. Ich liebe sie. Sie hat eine lila Blüte und nach dem Abblühen formt sich eine ganz besondere Samenkugel - ähnlich die des Löwenzahns. Wenn ich Fotos in meinem Ablagewirrwar gefunden habe, werde ich sie euch präsentieren. Eine Freundin gab mir vor zwei Jahren zwei Pflanzen und ich bin glücklich, dass sie sich so versamt hat. Die Wurzel ist übrigens für den Verzehr geeignet. - Demnächst mehr dazu.

Vorgestern schien die Sonne und da hab ich losgelegt. - Gestern regnete es ununterbrochen. Nun werde ich heute all das Grünzeugs hinten auf den Kompost schmeißen.

Klitzeklein diese Sämlinge. Für das Flammenmeer im nächsten Jahr ist gesorgt.

Eine Dahlie der besonderen Art. - Hat mir mein Schwesterherz mitgebracht. Es dauert lange Zeit, bis sich die Knospen öffnen, doch dann gibt sie alles.

Tabbi oder Tabea - eine treue Begleiterin, wo immer ich bin.

Bruder Titus ist auch immer dabei. Guckt nur. da liegt ein totes Tierlein. - Ich denke, es ist eine Ratte.

So, genug der Schreiberei. Ich bin richtig in Schwung gekommen.

Montag, 29. Juni 2020

Schwarze Königskerze - verbascum nigrum

Bei meinem täglichen Radausflug in die nächste Kleinstadt entdeckte ich eine prächtige Schwarze Königskerze am Straßenrand. Dann stieg ich ab, sammelte Samen und siehe da:


Aus einem klitzekleinen Samenkorn hat sich diese prachtvolle Pflanze entwickelt. Sie ist inzwischen größer und majestätischer als ihre "Mutter" vom Straßenrand.



Der Volksname "schwarze Königskerze" wird dieser Pflanze nicht gerechet. Sonnengelb leuchtet sie einem entgegen und verbreitet gute Laune.

Seit einiger Zeit faszinieren mich die Insekten, die ihre Nahrung in meinem wilden Garten finden. Sie haben ihre Vorlieben. - Morgens trifft sich eine Anzahl von Schwebfliegen und auch Hummeln oder auch Honigbienen  an dieser Königskerze. Es summt und brummt - doch schon gegen Mittag sind die Insekten verschwunden.






Wie auch bei der großen Schwester, der Königskerze, die gelbe Staubgefäße hat und auch größere Blüten aufweist, können die Blüten für Tees verwendet werden. Sie enthalten Schleimstoffe, die bei
trockenem Husten hilfreich sind. - Es ist wichtig, die Blüten gut durchtrocknen zu lassen, da sie sonst
leicht schimmeln. -

Bei der Teezubereitung ist darauf zu achten, dass die Blüten nicht mit kochendem Wasser übergossen
werden, da  die Schleimstoffe sonst wirkungslos sind.



Und siehe da: für Nachwuchs ist auch gesorgt. :-)








Freitag, 26. Juni 2020

Nachtschattengewächse

Ein paar Wochen sind vergangen, seit dem ich die Kartoffeln gepflanze habe. - Und heute: guckt selbst:

Die Kartoffelpflanzen haben inzwischen einen Blühansatz, wenn auch noch nicht sehr üppig. Da heißt es abwarten.

Zur gleichen Zeit habe vier Tomatenpflanzen in große Kübel gepflanzt. Auch zwei Peperonipflanzen  sind dabei.






Damit sämtliche Pflanzen gut gedeihen, habe ich eine Beinwelljauche angesetzt. - Sie riecht genauso, wie sie aussieht :-) - EInmal die Woche werde ich die Pflanzen düngen. Dosierung: 1 : 10

Ich bin auf die Ernte gespannt, vor allem welche Massen an Kartoffeln ich ernten werde, da ja nur
3 Kartoffeln versenkt wurden.

Die Tomaten tragen die Sortennamen: Matina, Andenhorn und goldene Königin. -
Die Sorte Andenhorn ist eine alte Sorte und soll aus den peruanischen Anden über Frankreich nach Europa gekommen sein. Die Früchte sind ungewöhnlich, die in Form und Größe an Spitzpaprika erinnern und sollen bis zu 300 g schwer werden. - Das hört sich doch vielversprechend an. Nun hoffe ich, dass ich all die Pflanzen gut durch die Zeit bringe, dass ich sie regelmäßig dünge und wässere und sie bei Gefahr von Wolkenbrüchen Kübel für Kübel in das Gartenhäuschen schleppe. - Drückt mir die Daumen, dass ich das auch hinkriege.

Ich werde akribisch Buch führen, wie viel KILO an diesen Nachtschattengewächsen ich ernten werde.

Nachtschattengewächse - da hat man doch den Begriff "giftig" im Hinterkopf. - Schon als Kind habe ich gelernt, dass die Kartoffeln keine grünen Stellen haben dürfen. Die sind giftig hat meine Mutter uns beigebracht. - Die gesamte Kartoffel wurde dann weggeschmissen. -Solanin heißt der Übeltäter. Im Netz findet ihr ausreichend Informationen über diesen sekundären Pflanzenstoff.

Montag, 11. Mai 2020

Weißdornernte

Heute war es wieder so weit. Der Weißdorn "war dran". - Er gehört neben einigen anderen Heilkräutern zu meinen jährlichen Ernteschätzen.

Weißdorn

Ich fuhr wieder zum gewohnten Platz, erst einmal Holperstraße vom Feinsten, es ging
auf und ab - man könnte meinen, auf hoher See zu sein. - Kein Wunder, denn die Straße führt
durchs Moor - vom Moor kann man nicht mehr viel erkennen, denn es wurde vor Jahren
urbar gemacht, links und rechts befinden sich nun Felder und Weiden.

Ich fuhr den Feldweg ein Stückchen hinein, parkte und ludt aus: KLappkiste, Erntekorb und
Fotoapparat.

Da standen sie wieder diese schon von weitem leuchtenden Wildbüsche:


Dieser Wildbusch dürfte euch schon aus meinen letzten Weißdorn-Berichten bekannt sein. Größer ist er geworden.

Noch gestern hatten wir sommerliche Temperaturen von 24 Grad, heute haben sich die Eisheiligen gemeldet. - Nun sind´s 16 Grad. -Ich hab ganz schön gefroren bei der Ernte, da auch noch einkräftiger Nordwest pfiff.




Was für eine Pracht. Bei meiner Ernte spüre ich immer wieder eine tiefe Dankbarkeit. Wir werden beschenkt durch die Natur. Und gerade jetzt in diesen besonderen Zeiten spüre ich besonders, was für mich wichtig ist und was nicht.

Meine Gedankengänge machten eine Pause, als ich ein leichtes Hecheln hörte:


Guck an - es fühlte sich an, als würden wir uns kennen. "Waldi" lachte mich an, wedelte mit dem Schwanz als würde er sagen "Schön, dass du wieder da bist"


Scheinbar fühlte er sich gleich wie zu Hause. - Hinter all dem Gebüsch hörte ich Geräusche - wahrscheinlich war das Herrchen dort auf der Weide.


Doch blicke ich Richtung Straße - Hagazussa - ich bat sie in meinem Posting aus 2011 - doch etwas zu tun gegen diesen sandigen Lindwurm - aber sie konnte nicht verhindern, dass
eine Autobahn sich durch diesen moorigen Grund frisst. - Es ist die A 26, die bereits von Stade bis Jork fertig gestellt ist und nun sind viele Köpfe am Rauchen, ob eine Auffahrt für
die Stadt Buxtehude fertiggestellt werden kann. - Ich bin gespannt, ob und wie es eine Anschlussstelle Buxtehude geben wird.




Zu Hause angekommen schichtete ich die kostbare Fracht in mein Dörrgerät - Anschließend machte ich einen Vergleich: Rechts Weißdorn aus dem Reformhaus. - Er ist allerdings zerkleinert, das sollte man auch
tun, wenn man die selbst gesammelten Blüten zu Tee verarbeitet, damit die kostbaren Inhaltsstoffe herausgezogen werden können - allerdings wurde der gekaufte Weißdorn zu heiß getrocknet;  die Blüten waren zum größten Teil braun. -

Zum Schluss darf natürlich nicht die Heilwirkung des Weißdorn fehlen: Weißdorn ist eine Herzpflanze. Bei regelmäßgem Verzehr von Weißdorntee unterstützt er in allen Phasen das Herz und ist gut für das Altersherz. Weißdorn ist kein stark wirkendes Herzmittel wie der Fingerhut, er verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße. - Bei Herzproblemen ist allerdings der gang zum Arzt angesagt.

Ein Teemischung gegen hohen Blutdruck und Kreislaufbeschwerden
entnommen aus "Alles über Heilpflanzen" von Ursel Bühring:

Je 20 g Weißdornblätter und-blüten,
             Melissenblätter,
             Lindenblüten.
             Schafgarbenkraut
             Mistelblätter
7 Minuten ziehen lassen. 6 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken.