Montag, 29. Juni 2020

Schwarze Königskerze - verbascum nigrum

Bei meinem täglichen Radausflug in die nächste Kleinstadt entdeckte ich eine prächtige Schwarze Königskerze am Straßenrand. Dann stieg ich ab, sammelte Samen und siehe da:


Aus einem klitzekleinen Samenkorn hat sich diese prachtvolle Pflanze entwickelt. Sie ist inzwischen größer und majestätischer als ihre "Mutter" vom Straßenrand.



Der Volksname "schwarze Königskerze" wird dieser Pflanze nicht gerechet. Sonnengelb leuchtet sie einem entgegen und verbreitet gute Laune.

Seit einiger Zeit faszinieren mich die Insekten, die ihre Nahrung in meinem wilden Garten finden. Sie haben ihre Vorlieben. - Morgens trifft sich eine Anzahl von Schwebfliegen und auch Hummeln oder auch Honigbienen  an dieser Königskerze. Es summt und brummt - doch schon gegen Mittag sind die Insekten verschwunden.






Wie auch bei der großen Schwester, der Königskerze, die gelbe Staubgefäße hat und auch größere Blüten aufweist, können die Blüten für Tees verwendet werden. Sie enthalten Schleimstoffe, die bei
trockenem Husten hilfreich sind. - Es ist wichtig, die Blüten gut durchtrocknen zu lassen, da sie sonst
leicht schimmeln. -

Bei der Teezubereitung ist darauf zu achten, dass die Blüten nicht mit kochendem Wasser übergossen
werden, da  die Schleimstoffe sonst wirkungslos sind.



Und siehe da: für Nachwuchs ist auch gesorgt. :-)








Freitag, 26. Juni 2020

Nachtschattengewächse

Ein paar Wochen sind vergangen, seit dem ich die Kartoffeln gepflanze habe. - Und heute: guckt selbst:

Die Kartoffelpflanzen haben inzwischen einen Blühansatz, wenn auch noch nicht sehr üppig. Da heißt es abwarten.

Zur gleichen Zeit habe vier Tomatenpflanzen in große Kübel gepflanzt. Auch zwei Peperonipflanzen  sind dabei.






Damit sämtliche Pflanzen gut gedeihen, habe ich eine Beinwelljauche angesetzt. - Sie riecht genauso, wie sie aussieht :-) - EInmal die Woche werde ich die Pflanzen düngen. Dosierung: 1 : 10

Ich bin auf die Ernte gespannt, vor allem welche Massen an Kartoffeln ich ernten werde, da ja nur
3 Kartoffeln versenkt wurden.

Die Tomaten tragen die Sortennamen: Matina, Andenhorn und goldene Königin. -
Die Sorte Andenhorn ist eine alte Sorte und soll aus den peruanischen Anden über Frankreich nach Europa gekommen sein. Die Früchte sind ungewöhnlich, die in Form und Größe an Spitzpaprika erinnern und sollen bis zu 300 g schwer werden. - Das hört sich doch vielversprechend an. Nun hoffe ich, dass ich all die Pflanzen gut durch die Zeit bringe, dass ich sie regelmäßig dünge und wässere und sie bei Gefahr von Wolkenbrüchen Kübel für Kübel in das Gartenhäuschen schleppe. - Drückt mir die Daumen, dass ich das auch hinkriege.

Ich werde akribisch Buch führen, wie viel KILO an diesen Nachtschattengewächsen ich ernten werde.

Nachtschattengewächse - da hat man doch den Begriff "giftig" im Hinterkopf. - Schon als Kind habe ich gelernt, dass die Kartoffeln keine grünen Stellen haben dürfen. Die sind giftig hat meine Mutter uns beigebracht. - Die gesamte Kartoffel wurde dann weggeschmissen. -Solanin heißt der Übeltäter. Im Netz findet ihr ausreichend Informationen über diesen sekundären Pflanzenstoff.

Montag, 11. Mai 2020

Weißdornernte

Heute war es wieder so weit. Der Weißdorn "war dran". - Er gehört neben einigen anderen Heilkräutern zu meinen jährlichen Ernteschätzen.

Weißdorn

Ich fuhr wieder zum gewohnten Platz, erst einmal Holperstraße vom Feinsten, es ging
auf und ab - man könnte meinen, auf hoher See zu sein. - Kein Wunder, denn die Straße führt
durchs Moor - vom Moor kann man nicht mehr viel erkennen, denn es wurde vor Jahren
urbar gemacht, links und rechts befinden sich nun Felder und Weiden.

Ich fuhr den Feldweg ein Stückchen hinein, parkte und ludt aus: KLappkiste, Erntekorb und
Fotoapparat.

Da standen sie wieder diese schon von weitem leuchtenden Wildbüsche:


Dieser Wildbusch dürfte euch schon aus meinen letzten Weißdorn-Berichten bekannt sein. Größer ist er geworden.

Noch gestern hatten wir sommerliche Temperaturen von 24 Grad, heute haben sich die Eisheiligen gemeldet. - Nun sind´s 16 Grad. -Ich hab ganz schön gefroren bei der Ernte, da auch noch einkräftiger Nordwest pfiff.




Was für eine Pracht. Bei meiner Ernte spüre ich immer wieder eine tiefe Dankbarkeit. Wir werden beschenkt durch die Natur. Und gerade jetzt in diesen besonderen Zeiten spüre ich besonders, was für mich wichtig ist und was nicht.

Meine Gedankengänge machten eine Pause, als ich ein leichtes Hecheln hörte:


Guck an - es fühlte sich an, als würden wir uns kennen. "Waldi" lachte mich an, wedelte mit dem Schwanz als würde er sagen "Schön, dass du wieder da bist"


Scheinbar fühlte er sich gleich wie zu Hause. - Hinter all dem Gebüsch hörte ich Geräusche - wahrscheinlich war das Herrchen dort auf der Weide.


Doch blicke ich Richtung Straße - Hagazussa - ich bat sie in meinem Posting aus 2011 - doch etwas zu tun gegen diesen sandigen Lindwurm - aber sie konnte nicht verhindern, dass
eine Autobahn sich durch diesen moorigen Grund frisst. - Es ist die A 26, die bereits von Stade bis Jork fertig gestellt ist und nun sind viele Köpfe am Rauchen, ob eine Auffahrt für
die Stadt Buxtehude fertiggestellt werden kann. - Ich bin gespannt, ob und wie es eine Anschlussstelle Buxtehude geben wird.




Zu Hause angekommen schichtete ich die kostbare Fracht in mein Dörrgerät - Anschließend machte ich einen Vergleich: Rechts Weißdorn aus dem Reformhaus. - Er ist allerdings zerkleinert, das sollte man auch
tun, wenn man die selbst gesammelten Blüten zu Tee verarbeitet, damit die kostbaren Inhaltsstoffe herausgezogen werden können - allerdings wurde der gekaufte Weißdorn zu heiß getrocknet;  die Blüten waren zum größten Teil braun. -

Zum Schluss darf natürlich nicht die Heilwirkung des Weißdorn fehlen: Weißdorn ist eine Herzpflanze. Bei regelmäßgem Verzehr von Weißdorntee unterstützt er in allen Phasen das Herz und ist gut für das Altersherz. Weißdorn ist kein stark wirkendes Herzmittel wie der Fingerhut, er verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße. - Bei Herzproblemen ist allerdings der gang zum Arzt angesagt.

Ein Teemischung gegen hohen Blutdruck und Kreislaufbeschwerden
entnommen aus "Alles über Heilpflanzen" von Ursel Bühring:

Je 20 g Weißdornblätter und-blüten,
             Melissenblätter,
             Lindenblüten.
             Schafgarbenkraut
             Mistelblätter
7 Minuten ziehen lassen. 6 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken.





Sonntag, 3. Mai 2020

Rein in die Kartoffeln - Kartoffelanbau - auch für den Balkon


Katrin und ich trafen uns zufällig in der Stadt. Wir zeigten uns gegenseitig unsere Gartenhände "Komme grad aus dem Garten"
In ihrem Fahrradkorb lag ein gelbes Eimerchen 
"Willst du ein paar rote Kartoffeln haben? - ich habe sie übrig"
"Klar" - und schon wanderte das gelbe Eimerchen in meinen Fahrradkorb.


Wie gut. Nun konnte ich endlich die Anleitung aus meinem Lieblings "Hochbeet-Gärtnern"-Buch abarbeiten.

Als erstes holte ich den im letzten Jahr erstandenen 20 ltr. Baueimer hervor; es kostete mich einige Überwindung, Löcher in den Boden zu bohren, einfach so einen intakten Eimer zu durchlöchern... 
Das war gar nicht so einfach, bis ich das richtige Werkzeug zur Hand hatte. Dosenöffner und ein Schärfdingens aus meinem Messerblock. Zuerst mit dem Dosenöffner und dann nochmal mit diesem anderen Werkzeug reingestochen - schöne runde Löcher ringsrum, damit das Regen- bzw. Gießwasser ablaufen kann.


 Dann gings zur Komposttonne.
1) - 10 cm Kompost einfüllen


2) -  3 gekeimte Kartoffeln hineingeben


                       3) -  5 cm Kompost darübergeben.



Abwarten, bis die Keimsprossen 10 cm aus der Erde ragen.

Ja, und nun warte ich. Wie es weitergeht, werde ich dann später berichten.


Freitag, 1. Mai 2020

1. Mai 2020 - Im Garten

Zwei Jahre ist es her seit meinem letzten Posting. - Ich werde dort weitermachen, wo ich im Jahr 2018 aufgehört habe. - Frühjahr!! - Heute ist der 1. Mai, Tag der Arbeit... Regt zum Nachdenken an während dieser Krisenzeit. - Wie doch die Ereignisse des Lebens einiges durcheinanderwurschteln.

Nur: gehe ich durch meinen Garten ist alles beim Alten. - Daran halte ich mich fest. Das bleibt, das ist mein Fundament.

Also gleich mal nach draußen gehen um zu gucken, ob sich etwas verändert hat im Vergleich zum April 2018:


Hier fäng´s schon mal an. Die Hochbeete sind abgedeckt mit einer Zeltplane -hat mein Sohn so überlegt- Weshalb? - siehe weiter unten.


 Der Inhalt der Komposttonne ist der gleiche - genauso lecker wie sonst auch.


 Einige Setzlinge vom Kopf- wie auch Schnittsalat und wenige Rote Bete.


Lady Tabbi ruht auf meinem grünen Blumenkübel - Hab noch nichts eingesät, keine Kapuzinerkresse - ich glaube, ich lass ihr diesen Ruheplatz! - Man könnte meinen, sie wäre der Grund, weshalb ich die wuschelige, kuschelige Komposterde abgedeckt hätte? Nein - weit gefehlt.


Brüderchen Titus ist der wahre Übeltäter. Seit Januar 2019 leben diese beiden Geschöpfe in unserem Haushalt. -


Nicht gerade Maiwetter. - Aber über´s Wetter will ich nicht schreiben. Wir freuen uns über jeden Tropfen Regen.

Bevor der gesamte Tag irgendwie in Ödnis verstrich - rief mich eine Nachbarin an. Ihr Mann hätte eine Wildblumenwiese eingesät und möchte mir das mal zeigen. Da bin ich natürlich gleich hinmarschiert.


Als erstes empfängt mich ein Bienenhotel - Hat Rolf zusammengezimmert in mühevoller Kleinarbeit. Den Lehm, der dort verarbeitet ist, holte er aus einer Sandkuhle, die auch Lehm im Angebot hatte.
Sein Refugium liegt direkt an der Este, einem Nebenfluss der Elbe.

Rolf machte im letzten Jahr einen Angelschein, nicht unbedingt um zu angeln, sondern um zu gucken, ob er mit seinen nahezu 80 Jahren noch in der Lage ist, all die theoretischen und praktischen Bedingungen zu erfüllen. Glückwunsch!!


Wir erfreuten uns gemeinsam an dieser Farbenvielfalt.


Von dieser Ringelblume bestellte ich mir gleich einige Samen. - Ich hab zwar auch jede Menge dieser Art, doch nicht in dieser besonderen Farbe.
Ich versprach ihm Pflanzen der Mariendistel sowie der Benediktendistel vorbeizubringen.


 Dann ging´s wieder nach Hause - Der Tag war gerettet. - Natur pur!! Was für ein Privileg!!